Geschichte

Weinsheim im Jahre 770 n.Chr.
Rathaus und Backes aus dem Jahre 1597.
Weinsheimer Wappen über Tür des Backes.
Die Kleinbahn im Weinsheimer Bahnhof.
Häusergruppe vor dem Straßenbau der B41.

Ein kurzer historischer Überblick...

Die Besiedlung des Gebietes der heutigen Gemeinde Weinsheim lässt sich anhand von Funden bis in die Jungsteinzeit, ca. 3500 v. Chr. Zurückverfolgen und durch weitere Funde aus römischer und fränkischer Besiedlung kontinuierlich bis zum Beginn des Mittelalters belegen.

Die Gemeinde verdankt ihre Entstehung der Lage am Ellerbach und in unmittelbarer Nähe bedeutender Burgen und Klöster (Sponheim, Schloßböckelheim).

Schriftliche Aufzeichungen gehen bis auf das Jahr 770 n. Chr. zurück (Urkunde von Kloster Lorsch), in welchem Weinsheim, damals Wigmundisheim“ als Weiler mit Weinbau, Weiden und Mühlen erwähnt wird. Das damalige Dorf wird bei einem Großbrand im Jahre 1229 vollständig vernichtet.

Im 13. Jahrhundert wird Weinsheim (damals Wynisheim) Wohnsitz der Sponheimer Ritter mit wichtiger Funktion der Mühle am Ellerbach. Ein Brand im Jahre 1334 zerstörte erneut den gesamten Gebäudebestand.

Größere Bedeutung erlangte die Gemeinde erst wieder im 16. und 17. Jahrhundert, als in einer Dorfbeschreibung von 60 Feuerstellen, einem Backhaus, einer Baummühle und mindestens 8 Hofgütern die Rede ist. Dies sind gleichzeitig die ältesten Gebäude, die heute im Dorfkern zu finden sind.

Eine erneute Verwüstung im Jahre 1688 durch die Truppen des franzosenkönigs Ludwig XIV, und Flutkatastrophen in den Jahren 1767 und 1788 sind weitere gravierende Einschnitte in der Dorfgeschichte.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebt Weinsheim seine Blütezeit. Eine Dorfbeschreibung von 1788 spricht von einem „beträchtlichen Dorf am Ellerbach anderthalb Stunden westlich von Kreuznach“ mit einer Mühle (Mühle Ackva), einer Kirche (auf dem Vorplatz der heutigen evangelischen Kirche), 2 Schulen (im historischen Rathaus und auf dem Grundstück Lauff, 83 bürgerlichen Häusern, dem Scholländer Hof und mindestens 13 Hofgütern.

Weinsheim ist in dieser Zeit fast ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt, auch Weinbau, Obstweinherstellung (Birnwein) und Müllerei sind die Haupterwerbsgrundlagen der Bevölkerung.

Die größte Bedeutung erreicht Weinsheim im Jahre 1815, als es unter preußischer Verwaltung zum Amtssitz wird und einen enormen Aufschwung erlebt.

Einen bedeutenden Wandel erfuhr die Gemeinde durch den Bau der Kleinbahnstrecke von Bad Kreuznach nach Winterburg, in deren Folge sich Handel und Gewerbe verstärkt entlang der Trasse und im Ortskern ansiedelten.

Den größten Einschnitt in das über Jahrhunderte gewachsene Dorfbild und auch in das Dorfleben stellt jedoch die Bundesstraße B41 von Bad Kreuznach nach Saarbrücken dar. Ihrem Ausbau in den Jahren 1937 bis 1947 (mit Bauunterbrechung während des Krieges) fiel ein gesamter Häuser- und Höfekomplex im Bereich der oberen Brücke zum Opfer, unter welchem sich auch die jüdische Synagoge befand. Das Dorf wurde in zwei Hälften geteilt und die Probleme nahmen durch den ständig wachsenden Pkw- und Schwerlastverkehr zu.

Weitere gravierende Veränderungen im Ortsbild und im dörflichen Leben ergaben sich in den 50er und 60er Jahren dieses Jahrhunderts durch den Bau von Kanalisation und Elektrobeleuchtung sowie durch den Wandel in der Erwerbsstruktur. Von einer bis zum zweiten Weltkrieg fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde hat sich Weinsheim heute zu einer Wohngemeinde entwickelt.

1994 erlebte Weinsheim die vielleicht größte Veränderung des Dorfbildes. Im September wurde die neue B41-Umgehungsstraße für den Autoverkehr freigegeben. Baubeginn der Straße war bereits im Juli 1991.

Damit flossen die täglich 20.000 Autos nicht mehr auf zwei Spuren durch das Ort, sondern im großen Bogen vierspurig auf einer 4,5 Kilometer langen Trasse südlich drumherum.